Tischtennis Deutsche Pokalmeisterschaften – Daniel Martin spricht über Medaillenerfolg

„Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin!“ So hätten Fans ihre Fußball-Mannschaft angefeuert, wenn sie sich für das DFB-Pokal-Finale im Fußball qualifiziert hätte – weil sie wissen, dass die Teilnahme an so einem Finale etwas ganz Besonderes ist. So fühlten sich Daniel Martin (38), Holger Pfeiffer (46) und Lennart Schumann (21) aus der 1. Herren der Tischtennis-Abteilung des FC Bennigsen (FCB), die Steckrüben genannt, vor Himmelfahrt – Gänsehaut pur. Über das lange Wochenende vom Donnerstag, 10. Mai, bis zum Sonntag, 13. Mai, kämpften die Drei um die Deutschen Pokalmeisterschaften der Verbandsklassen im Tischtennis als Vertreter Niedersachsens. Durch den Landespokal-Sieg im April in Gifhorn hatte sich das Team für das Finale, welches in Baiersbronn (Schwarzwald) ausgetragen wurde, qualifiziert. Die lange Reise zum Turnier nahmen nicht viele Bennigser auf sich, daher hakte FCB-Pressesprecher, Fabian Gräflich, bei Martin nach.

Was steckt denn hinter den Deutschen Pokalmeisterschaften im Tischtennis?
Ausrichter der mittlerweile 18. Auflage des Turniers war der SSV Schönmünzach, beheimatet in Baiersbronn bei Freudenstadt – gelegen im nördlichen Schwarzwald. Während des Turniers traten jeweils Damen- und Herren-Mannschaften der drei Leistungsklassen A, B und C an. Pro Leistungsklasse und Geschlecht starteten jeweils 20 Mannschaften. Nach der Gruppenphase (fünf Mannschaften pro Gruppe) traten die beiden Gruppenbesten im Viertelfinale an. Wer zuerst vier Punkte gegen eine Mannschaft holte, sicherte sich den Gang in die nächste Runde. Pro Aufeinandertreffen konnten also maximal sieben Spiele ausgetragen werden. Davon mindestens drei Einzel, maximal sechs und ein Doppel.

Im Schwarzwald bei den Deutschen Pokalmeisterschaften im Tischtennis dabei: Holger Pfeiffer (46; v. li.), Daniel Martin (38) und Lennart Schumann (21).

FCB: Daniel, es hat sich herumgesprochen, dass ihr mit Metall zurückgereist seid. Was habt ihr drei da unten gerissen, in Baiersbronn?

Martin: Von sieben möglichen Partien haben wir sechs gespielt. Im Halbfinale endete unsere Teilnahme gegen den TV Nauheim 1896. Wir verloren mit 4:1. Es klingt zwar nicht knapp, war es aber. Hätten wir drei uns anders auf unsere Gegner aufgeteilt, wäre mehr für uns drin gewesen. Allerdings sind wir überglücklich mit Bronze. Damit haben wir im Vorfeld nicht gerechnet. An diesen vier Tagen habe ich gelernt: „Wenn ein Team funktioniert, ist alles möglich!“ Tischtennis ist eben ein Mannschaftssport.

FCB: Glückwunsch zur Medaille. Erzähl uns vom Weg ins Halbfinale.

Platz drei! So sah die bronzene Medaille von vorne aus.

Martin: Unsere vier Gruppengegner waren 1. TTC Pirmasens 1949 (Rheinland-Pfalz), TTC Rhönsprudel Fulda-Maberzell (Hessen), TTV Einheit Potsdam (Brandenburg) und Walddörfer SV (Hamburg). Nur gegen Fulda siegten wir mit 4:1, alle anderen Partien durchliefen wir mit 4:0. Im Viertelfinale trafen wir am Samstag auf den TTV Burgstädt (Sachsen). Wir lagen mit 2:3 hinten und gewannen am Ende mit 4:3. Seitdem ich Holger kenne, hat er erstmals zwei Spiele am Stück verloren. Mega Teamleistung: Hier haben wir als Mannschaft funktioniert und ihn aufgefangen. Die Halbfinalteilnahme hatten wir uns verdient.

FCB: Klingt nach Euphorie. Hattet ihr Fans dabei, die euch auf der Euphoriewelle durch das Turnier begleitet haben?

Martin: Selbst hatte ich meine Freundin dabei, Lennart seinen Vater sowie Onkel und Tante – die kamen sogar aus Berlin – und Holger auch seine Eltern. Dass wir da hin durften, war für uns etwas ganz Besonderes. Holger und mir war klar, dass wir in unserem Leben wohl kaum noch einmal so eine Chance bekommen. Entsprechend groß war unsere Motivation. Schließlich muss man erst einmal Landespokalsieger in Niedersachsen werden.

Wie kam es überhaupt für die 1. FCB-Herren zur Qualifikation für die Deutschen Pokalmeisterschaften?
Überraschend qualifizierte sich die 1. Herren für das Landespokalfinale im Nachrückverfahren – eine Mannschaft trat zurück und die Steckrüben rückten nach. Am Ende holten Daniel, Martin und Tim Schulz am Samstag, 21. April, den Titel. Mehr erfahrt ihr hier über den Steckrüben-Erfolg beim Landespokal.

FCB: Wie war die Atmosphäre bei den Spielen?

Martin: Das Turnier war perfekt organisiert. Man hat gemerkt, die haben das schon einmal gemacht (Anm. die Redaktion: 2004 erstmals). Was Turnierorganisation betrifft, ist dieser Verein sehr erfahren, die organisieren viele weitere Turniere und sind da voll im Saft. Unfassbar, wie die das gewuppt haben, dass in zwei Hallen gleichzeitig gespielt werden konnte. Die Hallen lagen übrigens zehn Kilometer auseinander.

FCB: War es sportlich dein bisher größter Erfolg?

Martin: Hinter mir liegt eine unglaubliche Saison. Man kann sagen, dass wir als Mannschaft das Triple geholt haben. Wir sind Bezirksoberliga-Meister geworden, holten den Landesmeisterpokal und nun Dritter bei den Deutschen Pokalmeisterschaften. Die erfolgreichste Saison meiner bisherigen Karriere.

FCB: Ihr spielt also nächste Saison Landesliga. Was ist euer Ziel?

Martin: Also verstecken müssen wir uns nicht. Alle Gegner begegnen uns auf Augenhöhe. Am Ende ist ein Platz im Mittelfeld drin. Vielleicht schaffen wir es mit Glück auch oben dran.

FCB: Daniel, ich danke dir für das Gespräch.