1. Herren – Saisonfazit

Befragt man Wikipedia nach „Taktik“, so lesen wir etwas martialisch angehauchte „Kunst, ein Heer in Schlachtordnung zu stellen“. Drama, Baby! Stochert man nun im sportlichen Detail, findet sich: „Die Taktik ist bei der Sportart Fußball die festgelegte Spielweise einer Mannschaft. Die richtige Taktik anzuwenden, kann spielentscheidend sein und hängt von vielen Faktoren ab.“

„Moment mal“, denkt sich nun der Tröten blasende Tribünen-Djunkie. „Habe ich vielleicht die letzten Samstage die falschen Sportler angefeuert – da standen doch zweifelsfrei Tischtennis-Tische und keine Eckfahnen rum!? Wobei letzteres manchmal nicht augeschlossen schien.

Dennoch: Was hat nun Ball-über-die-Schnur für Fortgeschrittene mit des Deutschen weltmeisterlichen Lieblingssports zu tun!? Zumindest beim niedersächsischen FCB ne ganze Menge! Um das mal etwas anschaulicher und verständlicher zu gestalten, betrachtet einfach hier angefügte Taktiktafel.

11 Spieler kamen demnach in der BOL-Saison 2015/2016 zum Einsatz. Die unverrückbare Achse wurde dabei gebildet von Part-Time-Captain Holger Pfeiffer, Hebel-Ikone Dennis Horand, Cheftrainer Oli Stamler sowie 5-Satz-Zweifler Jan Pulka. Ergänzt wurden die Vier von sieben weiteren Pingpong-Spezies. Mit List und Tücke, Kampf und Krampf, Top und Spin, Netz und Ball, Bi und Fi sowie Ba und Nane trugen sich alle in die Torschützenlisten ein und trugen damit einen wesentlichen Teil dazu bei, dass wir auch in der kommenden Saison in der BOL auflaufen dürfen.

Wie es sich für ein Saisonfazit gehört, folgend die Spieler in der Einzelkritik:

Im Tor:

Holger Pfeiffer – Die Nr.1 des Teams als sicherer Rückhalt. Lediglich 6 Gegentreffer kassierte unser HP Baxxter-Groupie in der gesamten Saison und avancierte damit zum besten Torhüter der Liga. Lediglich Frielingens Wunderstürmer Florian Schimetzek schaffte es, ihm sowohl in Vor- als auch Rückrunde jeweils sehr schmerzvolle Buden einzuschweißen.

In der Abwehr:

Tim Schulz – Wurde zur Halbzeit eingewechselt, nachdem er sich als Frontmann der Reserve für höhere Aufgaben empfohlen hatte. Der Sprung von 1.BZ ins obere Paarkreuz der BOL war freilich eine Nummer zu groß. Dazu die deutlich früheren Anstosszeiten – für unsere kommunikationslose Nr. 2 gefühlt mitten in der Nacht störten sie seinen wohl einzigartigen Biorythmus doch ein ums andere Mal empfindlich. Seine Tore gegen Bothfeld und Frielingen waren hingegen eminent wichtig – für einen Verteidiger eine ordentliche Quote.

Dennis Horand – In der Hinrunde in der Mitte noch mit ordentlicher Bilanz, baute unser 2-Meter-Schatzie in der Rückserie doch etwas ab. Er bringt zwar Kopfball- und Zweikampfstärke mit, allerdings hat das zielgerichtete Aufbauspiel noch ne Menge Potenzial. Unter konsequenter Nutzung von Hebelwirkung und Körpereinsatz könnte manch Gegner sicher in Schach gehalten werden. Saison-Höhepunkt eindeutig das Match gegen Hüpede, als er den erfolgreichsten Mittelfeldspieler der Staffel, Fabian Beichert, ein ums andere Mal ins Abseits laufen ließ. Mehr davon!

Robin Hrassnigg – Empfahl sich durch gute Trainingsleistungen für einige Kurzeinsätze. Heiß, heißer, Robin – gebrannt wurde vorbildlich. An mancher Stelle brach das Feuer jedoch aus und wurde unkontrollierbar. Ausflüge in den Sturm hatten offene Abwehrreihen zur Konsequenz, in die seine Gegner unbarmherzig stießen. Konstanz + Cleverness statt Kopf –> Wand – die Zauberformel für unseren allgegenwärtigen Abteilungs-Guru!?

Philip Bolognesi – Erkämpfte sich in der 2. Saisonhälfte den Platz auf der linken Abwehrseite. Sowohl in der Defensive als auch nach vorne hatte er überwiegend alles im Griff. Dabei ließ er seinen Gegnern nur wenig Raum und kaum Luft zum Atmen. Eindeutig der Shooting-Star der abgelaufenen Saison. Bitte nur nicht über’s Ziel hinausschießen!

Im Mittelfeld:

Gernot Gardinowski – Unser Effizienz- und Betreuungsbeauftragter mit statischer und stoischer Ruhe. Wurde zur 2. Halbzeit ausgewechselt – das Spiel wurde ihm zu schnell. Und als Coach ist das Transpirationsverhalten auch vergleichsweise angenehm reduziert. Man sieht ihn nun häufiger auf dem Golfplatz. Böse Zungen behaupten, er sei selbst sein eigenes Handicap. Schade, dass wir ihn wohl nicht mehr dabei beobachten dürfen, wie er die Gegner mit seinen gefährlichen Aufschlägen entnervt.

Oliver Stamler – Zog als Stratege im Mittelfeld sämtliche Fäden. Überzeugte trotz Pressingresistenz und Bewegungspotenzial als abkippender Sechser. Konnte sich situativ fallen lassen, während die Außenverteidiger ins Offenisvgeschehen eingriffen. Avancierte in den Partien gegen Altenhagen und Bothfeld zum Matchwinner.

Christian Meier – Nach lediglich 2 Einsätzen erfolgte die Auswechslung. Der Plan, häufiger in relativ tiefen Zonen zu agieren, um dem linken Außenverteidiger die Möglichkeit zu bieten, mit viel Absicherung nach vorne zu schieben und den linken Flügelstürmer in den offensiven Halbraum einrücken zu lassen, verhinderten Knie und Fuß, Hirn und Haus sowie Tattoo und Harley.

Stefan Karl – Ein Kurzeinsatz beim designierten Meister steht zu Buche. Durch den in den Halbraum abkippenden Sechser wäre er auf der Acht ohne Ball und als rochierender Spieler in die Spitze und nach rechts durchaus einsetzbar. Allerdings nur gepaart mit einer breiten Positionierung, um das gegnerische Pressing über die Seiten mithilfe einer Flügelüberladung zu umspielen. Als Stammkraft im 2. Bezirk, da gibt mir der taktisch versierte BOL-Versteher sicher Recht, eine etwas zu anspruchsvolle Aufgabe.

Im Sturm:

Peter Franz – Zu einigen Kurzeinsätzen kam auch unser windschnittig geföhnter Flügelflitzer. Ziel war stets, des Gegners Spieler in der Mitte zu binden, insbesondere durch hartes Pressing der Achse Horand-Stamler-Pulka. So wäre nicht die gesamte Breite abgedeckt und Peter könnte auf den Außen mit geschicktem Andribbeln und Schittstellenpässen brillieren. Dies gelang partiell.

Jan Pulka – In der Hinrunde knipste unser Träumer noch 10 Buden. Die Beförderung in die Mitte folgte prompt. Dann traf ihn Amors Pfeil. Fünf Mal hatte unser Neu-Schatz bei 9:9 im Fünften den Siegtreffer auf dem Fuß, nur einmal gelang es, das Runde ins Eckige zu bugsieren – vier Mal versagten ihm die Nerven. Oder war’s die Linkspfote? Oder vielleicht sogar der Pfeil, der an ’ner empfindliche Stelle drückte?

Unser 12. Mann:

Das Publikum – Zum Auftakt sorgten unglaubliche 110 Zuschauer für Gänsehautatmosphäre gegen den Nachbarn aus Altenhagen. Mit einem Schnitt von 50 wurde der FCB unangefochtener Zuschauer-Meister – für die Bezirksoberliga eine fast schon unglaubliche Zahl.

Fazit:

Ohne unsere etatmäßige Nr. 3 und zusätzlich in der Rückserie dann noch ohne unsere Nr. 2 ist der 7. Tabellenplatz mit 15:21 Punkten als durchaus erfolgreich zu bewerten. Die Planungen für die kommende Saison laufen bereits auf Hochtouren. Nach einem Jahr der Konsolidierung wollen wir nun den nächsten Schritt gehen – mit einer „auf dem Transfermarkt aktiven STECK…“ – RÜBE!!!